LED LENSER M7 – neuer Testbericht

[Trigami-Review]

1383-logo_weissIn diesem Beitrag teste ich die Taschenlampe “LED LENSER M7″ der Firma “Zweibrüder GmbH”.

VERPACKUNG

Die Taschenlampe kommt in einer edel wirkenden, matt-schwarzen Schatulle daher; die silberne Inschrift wirkt passend dazu. Auffällig ist die geringe Grüße der Taschenlampe, hier hat man sich offenbar erfolgreich an den Verpackungen vom iPhone und dem Palm Pre inspirieren lassen. Kein Platz für unnötigen Schnick-Schnack, stattdessen wurde anscheinend Hirnschmalz in eine optimale Verpackung investiert.

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Nach dem Öffnen bestätigt sich der Eindruck: aufgeräumt, nicht vollgepackt. Im Deckel wird bereits auf die Besonderheiten der Taschenlampe und ihre Funktionen eingegangen.

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LIEFERUMFANG

Beim Auspacken offenbart sich dann auch, welche Gimmiks der Taschenlampe beiliegen:

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Der Gürtelclip ermöglicht es, die Taschenlampe gleichzeitig sicher als auch schnell erreichbar am Gürtel zu befestigen. Meiner Meinung nach keine besondere Leistung, aber erfreulich, dass die Stärke des Clips ideal gewählt wurde: bei meinem Test hat sich die Taschenlampe kein einziges Mal selbstständig verabschiedet, und stets konnte ich sie mit einem Handgriff erreichen.

Das Befestigungsbändchen (wie nennt man so etwas eigentlich?) ist nicht nur für Leute wie mich, die gerne mal etwas fallen lassen, nützlich. Wenn ich mir vorstelle, dass z.B. ein Handwerke die Taschenlampe beruflich einsetzt, um Licht in die hintersten, dunklen Winkel zu bekommen, so kann es durchaus passieren, dass ihm die Taschenlampe aus der Hand gleitet. Dank dem Bändchen ist sie dann nicht verloren, sondern baumelt fröhlich an seinem Handgelenk umher. Ebenfalls nichts weltbewegendes, doch schön, dass der Hersteller an das Bändchen gedacht hat.

Eine Anleitung. Für eine Taschenlampe?! Zuerst war ich verwundert, doch nach einem kurzen Querlesen stellte ich fest: die ist berechtigt (mehr dazu später). Die Anleitung ist mehrsprachig und auch in überwiegend korrektem Deutsch verfasst.

Der Hersteller nennt sie “Smart Card”, ich nenne sie Mini-Anleitung im Kreditkartenformat. Mit englisch beschrifteten Piktogrammen erklärt sie in Kürze die unterschiedlichen Modi der Taschenlampe.

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TASCHENLAMPE

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Der Griff der Taschenlampe ist gut gelungen. Griffig, sodass er auch bei schnelleren Bewegungen oder (leichter) Feuchtigkeit nicht aus der Hand gleitet, und dabei nicht so klebrig wie die Anti-Rutsch-Oberfläche meines Rasierers. Noch dazu ist alles sehr massiv verbaut, sie kann also auch gut als Outdoor-Taschenlampe verwendet wird. Auch die Beschriftung sagt: “Ich bin edel”. Gefällt mir! Auf dem Foto sticht es sofort ins Auge: das gelbe Warnsymbol. Und es ist berechtigt, die Kamera ist wirklich hell. Die Warnung in der Anleitung kann ich nur bestätigen: nicht direkt ins Licht schauen!

Die Taschenlampe arbeitet mit LED-Licht, es sitzt also nicht wie vor ein paar Jahren üblich eine kleine Glühbirne vorne drin, sondern eine helle Superbright-LED drin. Interessant ist die Fokussierung durch das “Advanced Focus System”, das sich der Hersteller patentieren lassen möchte, gelöst: die Helligkeit der LED verteilt sich stets gleichmäßig über die bestrahlte Fläche. Durch eine kurze Drehung des oberen Teils der Taschenlampe wird die Einhandfokussierung aktiviert, durch ein Verschieben der Linse lässt sich der Brennpunkt bequem verstellen (“Speed Focus”). Nettes Detail: blick man von vorne auf die Taschenlampe sieht man unter der Reflektorlinse den LED LENSER-Schriftzug (sowie ein spiegelverkehrtes “patent pending”).

Über einen einzigen Knopf wird die Taschenlampe bedient. Das ist Fluch und Segen zugleich: braucht man schnell Licht, so muss man sich nicht erst aus zig Knöpfen den richtigen aussuchen. Andererseits ist der Knopf mit mehreren, Programm-abhängigen Funktionen belegt, was den Einstieg in die Bedienung erschwert. Toll ist hingegen, dass der Knopf zwei Druckpunkte hat: feste Drücken zum Ein- und Ausschalten, leicht drücken um die Modi zu wechseln.

Besonders hervorzuheben ist, dass die Taschenlampe mit vier AAA-Battieren arbeitet, die man im Gegensatz zu den klobigen A-Batterien a la Maglite auch überall problemlos erhält.

MIKROPROZESSOR

Ein Mikroprozessor in einer Taschenlampe … WTF?! Die Taschenlampe verwendet einen kleinen Mikrocontroller für die “Smart Light Technology”. Buzzwords aside: es gibt 3 Lichtprogramme und 8 Lichtfunktionen (Boost, Morse, Power, Low Power, Strobe, Dim, Blink, S.O.S.). Weitaus interessanter finde ich aber, dass sich der Mikrocontroller auch um die Regelung der LED kümmert. LEDs leuchten abhängig vom Strom, der durch sie fließt, unterschiedlich hell, während über ihnen stets die gleiche Spannung abfällt. Batterien, oder Akkus im Allgemeinen, liefern aber über die Zeit weder einen konstanten Strom noch eine konstante Spannung. Ohne Regelung führt dies dazu, dass die Leuchtstärke der Taschenlampe mit dem Entladen der Batterie schwankt und mit der Zeit abnimmt. Durch hohen Stromfluss entsteht weiterhin eine Wärmeentwicklung, die ebenfalls die Leuchtstärke der LED, und auch ihre Lebensdauer, beeinflusst. Dank der Regelung kann die Taschenlampe immer ein Optimum an Leistung herausholen, wenn diese benötigt wird, unabhängig vom Ladezustand der Batterien/Akkus. Im Low-Power-Modus wird nur ein geringer Strom durch die LED geschickt, was die Wärmeentwicklung in Grenzen hält und die LED schont. Die Taschenlampe lässt einem die Wahl, ob man sie im “Constant Current”-Modus benutzt, die wie beschrieben einen konstanten Strom benutzt, oder im energiesparenden “Energy Saving”-Modus.

Nettes Gimmik: das “Low Battery Message System” lässt die Taschenlampe regelmäßig aufblinken, ca. 5 Minuten bevor die Akkus leer sind.

Von meiner Digicam bin ich gewöhnt, dass diese mit Akkus lange hält, mit Batterien nur sehr kurz. Bei dieser Taschenlampe ist es anders, sie funktioniert sowohl mit Batterien als auch mit Akkus lange. Ich führe dies auf die gut funktionierende Regelung zurück. Meiner Meinung nach ist das DER Grund für diese Taschenlampe, alles andere ist nur (teilweise nettes) Beiwerk.

LICHTPROGRAMME

Der Easy Mode ist für Ottonormalverbraucher wie mich, die mit der Taschenlampe einen einzigen Zweck erfüllen möchten: Licht ins Dunkel bringen. Durch einen Tastendruck wird die Lampe eingeschaltet, durch einen leichten Druck wird zwischen zwei Helligkeitsstufen (Super-Hell – bloß nicht reingucken, und immernoch-Hell für blendfreise Lesen) gewechselt.

Der Professional Mode bietet auf Wunsch weitere Funktionen wie Blinken oder S.O.S.-Signale. Eigentlich gut gelöst, das in einen extra Modus zu packen: wer sie braucht, kann sie haben, wer sie nicht braucht, muss sie nicht benutzen.

Skeptisch bin ich jedoch beim Defense Mode, der für Wach- und Security-Diense oder für Frauen abends alleine auf dem Nachhauseweg gedacht ist. Durch einen hellen Stroboskop-Effekt sollen Angreifer in die Flucht geschlagen werden. Ich gebe zu, dass ich den Modus nicht an mir getestet habe, mich hat die superhelle LED schon beim passiven reinschauen geblendet, doch haben mich Strobe-Effekte in der Disco bisher nicht zum Umfallen bewegt. Gedacht ist es jedenfalls so: wird man angegriffen, so kann man im Defense Mode mit einem einzigen Tastendruck den Strobe-Effekt aktivieren. Dadurch blinkt die Taschenlampe mehrere Male pro Sekunde hell auf. Der Angreifer wird vom Licht geblendet, und durch die hohe Frequenz irritiert, sodass man Wegrennen oder mit der (dafür im Vergleich zu einer großen Maglite aber zu) kleinen Taschenlampe zuschlagen kann. Angeblich setzt auch das amerikanische Militär Stroboskop-Effekte ein, allerdings weiß ich nicht, inwiefern das stimmt und die beiden Techniken vergleichbar sind. Vielleicht kann hier jemand, der sich damit auskennt, in den Kommentaren etwas dazu erzählen?

VIDEO

Ich habe ein Video in, zugegeben, bescheidener Qualität online gestellt. Es zeigt die gleichmäßige Ausleuchtung, die Änderung der Fokussierung und die unterschiedlichen Lichtmodi Hell, Mittel, Blinken, S.O.S. und am Ende das “Defensive Strobe”.

FAZIT

Die solide Bauweise mit Liebe zum Detail sowie die prima Regelung der LED überzeugen. Der Funktionsumfang ist ordentlich und wahrscheinlich mehr, als der Durchschnittsanwender benötigt. Als Privatnutzer habe ich die Qualität der Taschenlampe zu schätzen gelernt. Sie setzt sich auf jeden Fall stark von meinen üblichen 10€-Lampen ab. Ob ich allerdings bereit wäre, dafür einen rund 10 Mal so hohen Preis zu zahlen, bezweifle ich. Für Technikenthusiasten stellt sie aber auf jeden Fall eine gute Alternative zu den ebenfalls nicht billigen Maglites dar. Poweruser, die die verschiedenen Lichtprogramme tatsächlich beruflich einsetzen, müssen schauen, ob die kompakte Bauform der Taschenlampe genügt oder sie nicht lieber ein physisch größeres Modell bevorzugen, dass auch als Friedensbringer Schlagstock eingesetzt werden kann.

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Ich habe das in diesem Beitrag beworbene Produkt (und noch ein weiteres) kostenlos erhalten um darüber zu berichten. Durch diesen Beitrag erhalte ich also einen geldwerten Vorteil. Natürlich darf  ich hier trotzdem meine eigene, unvoreingenommene, Meinung schreiben!

One Response to “LED LENSER M7 – neuer Testbericht”

  1. Die M7 durfte ich auch testen. Ist wirklich eine gute Lampe. Benutze sie seitdem auch und sie ist immer griffbereit in meiner Schreibtischschublade. Was mir nicht gefällt ist die Batterie. Wenn diese wiederaufladbar wäre, dann wäre das optimal.

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