GNOME auf der FrOSCon 2009

Dieses Jahr habe ich mich darum gekümmert, dass GNOME mit einem Stand auf der FrOSCon in Sankt Augustin vertreten ist. Nach der eher mäßigen Präsenz von GNOME auf CeBit und LinuxTag wollte ich dafür sorgen, dass der Stand dem Projekt gerecht wird.

So kümmerte ich mich um chic beflockte Polo-Shirts, ließ Flyer (nach einem Design von Stefan Horning) und ein A1-Poster drucken. Unterstützt wurde ich durch Steffi und Björn; unser Standbunny sorgte noch dazu für leckere Plätzchen.

Wie schon 2005 auf den Essener Linuxtagen versuchte eine Präsentation in Endschlosschleife, das Interesse vorbeilaufender Besucher zu erhaschen. Auf allen Tischen legten wir Flyer und Aufkleber zum Mitnehmen bereit. Neben einer aktuellen GNOME-Installation zum Ausprobieren lockten auch mein eeePC mit Moblin (“Was, das ist GNOME?”) sowie das Nokia N810 (“Was, das ist GNOME-Technologie?”) die Besucher an.

Samstag

Direkt vorweg: Die Flyer gingen weg wir kalte Semmeln vom Vortag – nämlich so gut wie gar nicht. Vermutlich lag dies daran, dass die meisten Besucher Ahnung von der Materie hatten und GNOME bereits kannten. Die Flyer waren eher auf Leute zugeschnitten, denen GNOME noch kein Begriff ist, und wären somit auf den Linuxtagen weitaus sinnvoller gewesen.

Trotzdem konnten wir einigen Leuten den GNOME-Desktop zum ersten Mal vorführen, auch wenn das Gros bereits GNOME benutzte. Wir verwickelten die Leute in interessante Gespräche, und genau das ist, was ich an solchen Veranstaltungen so mag: man kann mit so vielen unterschiedlichen Leuten in Kontakt kommen, von normalen Benutzern über Power User bis hin zu Programmierern.

Richtig voll wurde es am Stand jedoch, als wird die GNOME-Shell starteten und Cheese laufen ließen – die Macht bewegter Bilder plus etwas Neuem! Interessierten gaben wir eine Kurzfassung (“Die ganzen Zeitschriften schreiben Müll, hauptsächlich geht’s ums Aufräumen”) und verwiesen auf meinen GNOME 3-Vortrag ma nächsten Tag. Überraschenderweise lautete die Antwort fast ausnahmslos entweder “Hab ich mir schon vorgemerkt” oder “Danke für den Tipp, ich werde da sein”.

10 Wege, ein GNOME zu werdenEinen Tag zuvor wurde ich gebeten, meinen Vortrag “10 Wege, ein GNOME zu werden” (Video-Rohfassung, Folien) doch zu halten. Obwohl der Vortrag erst kurz vor knapp angekündigt wurde und nicht im Programmheft erwähnt wurde, fanden doch ein paar Zuhörer ihren Weg. Den Vortrag hielt ich absichtlich kurz, um mehr Zeit für Rückfragen zu lassen, doch ich schätzte die Leute falsch ein. Nach dem Vortrag kamen kaum Rückfragen, dafür später am Stand, unter vier Augen, um so mehr.

Anschließend wurde ich von RadioTux interviewt, erzählte über GNOME und GTK+ 3 und beantwortete ein paar angesammelte Zuschauerfragen.

Sonntag

Auch heute drehte sich das allgemeine Interesse der Besucher hauptsächlich um GNOME 3 und GNOME Shell, sodass ich allen nach einem persönlichen Gespräch auch meinen Vortrag am Nachmittag empfahl.

Still und heimlich platzierten wir ein paar GNOME-Füße am KDE-Stand, was kurz darauf mit KDE-Ansteck-Pins gerecht wurde. Richtig blau wurde es, als sich zu den unseren blauen GNOME-Polos und den blauen Fedora-Shirts ein paar blaue KDE-Shirts gesellten. Auch bei den KDE- und Qt-lern lag das Hauptinteresse bei GNOME 3 (“Habt ihr aus KDE 4 gelernt?”) und GNOME Shell. Stolz präsentierte ich die kleinen Details, die man kaum bewusst wahrnimmt, und ließ mir anzeigend KDE 4.3 und Plasma zeigen. Wir stellten fest, dass beide Projekte von einander lernen können und die GNOME Shell durchaus inspirierend wirkte. In der weiteren Diskussion räumte ich ein, dass ich vormals Amarok benutzt habe, mir aber die Art von Amarok 2 überhaupt nicht zusagt. Selbst als ich Amarok 2 frech-dreist als “Funktionsmüllkippe” bezeichnete tat das unserem guten Gespräch keinen Abbruch ;-)

GNOME 3Gerne steckte ich mir einen KDE-Pin ans Polo und machte mich auf den Weg zu meinem Vortrag “GNOME 3″ (Video-Rohfassung, Folien). Der große Hörsaal 1/2 war ordentlich gefüllt, aber irgendwie schaffte ich es trotzdem Steffis Anregung, ich solle viel langsamer sprechen, umzusetzen. Ich hoffe, dass mir der Spagat zwischen Enthusiamus und Ernüchterung, zwischen GNOME-Shell/Zeitgeist/Eye-Candy und der großen Aufräumaktion, gelungen ist.

Die Rückmeldungen zum Vortrag waren durchweg positiv (80%-90% im Bewertungssystem), einer twitterte sogar live mit. Kommentare: “Sehr schöner Vortrag. Nicht trocken und schöne Beispiele und grafische Elemente!”, “Den Vortrag hat Hendrik deutlich besser gehalten als den am Vortag. Das Thema passte natürlich perfekt zur Veranstaltung. Die gezeigten Einblicke waren sehr gut. Super Vortrag :)” und mein Favorit: “Neueste Entwicklungen und Planungen von Projekten, die noch nicht in allen Zeitschriften standen, sind auf einer solchen Konferenz sehr wichtig.”.

Steffi, Björn und Endlos-Präsentation

Flyer, Plätzchen, Moblin und Maemo

Viel Interesse am Stand

Abschließend noch ein paar persönliche Eindrücke:

  • Gute Stimmung, viele nette Leute. Es ist immer wieder schön, Bekannte wiederzusehen oder E-Mail-Kontakte in persona zu erleben
  • Jemand vom Fedora-Stand sprach “ArchLinux” mit seinem schweizer Akzent “ArschLinux” aus. Dadurch entstand die Idee, eine Distribution zu gründen, die nach Meinung der Entwickler “nur Scheiß Software” enthält: ArschLinux, mit CDE (inkl. Mono-Bindings!), Amarok 2, Evolution, emacs usw. O-Ton Björn: “Geil, da ist alles dabei was ich nutze!” [Nach meiner Funktionsmüllkippen-Aktion darf ich mich wohl kaum darüber beschweren, dass Evolution enthalten ist ;-)]

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10 Responses to “GNOME auf der FrOSCon 2009”

  1. […] über #GNOME -Stand auf #FrOSCon, inkl. Fotos und Vortragsfolien: http://hendi.name/2009/08/28/gnome-auf-der-froscon-2009/ a few seconds ago from […]

  2. liquidsky says:

    Die Idee mit dem ArschLinux ist ja mal genial. :)
    Aber coole Features hat es.

  3. shinsckiy says:

    so so … die Fh Rhein SIEG

  4. Beny says:

    Guter Post udn auch dein Vortrag zu Gnome 3 hat mir gefallen. Nur eins: WIESO TRÄGST DU EINEN KDE PIN???

  5. red says:

    WTF? Mein (CH-) Dialekt hat damit nix zu tun. Egal ob ich ArchLinux deutsch oder englisch (normalerweise letzteres) ausspreche – ich komme vom Dialekt her nie auf ArschLinux. Aber in deutsch wie in englisch fehlt halt einfach nicht viel von Arch zu Arsch…und so is ArschLinux entstanden. Wobei der ‘Witz’ alt ist, nur dass er zum ersten mal etwas weiter getrieben wurde mit ArschLinux.de (daran bin ich wiederum nur noch begrenzt Schuld).

  6. Nik says:

    Hey Hendrik,

    da hast du uns ja prima getroffen auf dem letzten Foto :D (ich bin der Nostalgiker aus deinem Vortrag der den Abschalt-Button für GNOME-Shell haben wollte ;)).

    Der Vortrag war super, aber auch mich hat der KDE-Pin irritiert :D.

    Cheers,
    Nik

  7. Sven says:

    Hallo Hendrik,

    ich hatte dich am Stand wegen dem schicken GNOME Polo-Shirt angesprochen, das du auch beim Vortrag “10 Wege, ein GNOME zu werden” an hattest.

    Wo habt ihr die machen lassen?

  8. hendi says:

    @Beny:
    KDE und GNOME sind keine Feinde, sondern Freunde. Die Aktion mit den Füßen und den Pins war keine Sabotage, sondern einfach nur Spaß und Frotzelei. Um dies allen offensichtlich klar zu machen, habe ich mir gerne den KDE-Pin an mein GNOME-Polo gesteckt.

    @red:
    Sorry, habe das ganze nur auf einem Ohr mitbekommen (und anscheinend auch erst spät) und dachte, die Sprechweise ist durch dich entstanden.

    @Nik:
    Ich erinnere mich, war ein interessantes Gespräch das zu meinem positiven Eindruck von der FrOSCon auf jeden Fall beigetragen hat :)

    @Sven:
    Im PrintAIXpress in Aachen. Kannst du aber in jedem beliebigen 08/15-Laden machen lassen. Einfach im Netz nach “gnome logo svg” suchen und drucken lassen. Für hochwertige Qualität empfehle ich, es flocken zu lassen (“Ein guter Flock hält länger als das T-Shirt”). Die Polos sind glaube ich von H&M, war der einzige Laden den ich finden konnte, der a) unbedruckte Polo-Shirts in b) akzeptablen Farben und c) in M vorrätig hat.

  9. Bjoern says:

    Hi Hendrik!

    Ich hab mir gerade die Folien zu deinem Vortrag: “10 Wege, ein GNOME zu werden” angesehen. Die sind wirklich toll gemacht! Wie heißt denn die Schrift die da dafür verwendet hast?

    Danke schonmal!

  10. hendi says:

    Hi Bjoern, die Schriftart nennt sich “Augie” und kann zusammen mit der Tafel hier runtergeladen werden: http://thelinuxbox.org/?p=24

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