Um Geld zu sparen sind wir vor einiger Zeit zur DSL-Flatrate von Congster gewechselt, alles funktionierte reibungslos. Bis heute. Als ich nach Hause kam teilte mir meine Schwester mit, dass “das Internet” nicht funktioniert, ICQ aber schon. Klarer Fall, der DNS-Server spinnt. Router resettet, nichts.
Also die Hotline für 12¢ pro Minute angerufen. Nach einer knappen Minute in der Warteschleife eine junge Dame, die mich nach meinen Problemen fragt. Ich erkläre ihr, dass ich IPs direkt anpingen kann, aber keine Adressen mittels DNS aufgelöst werden. Vielleicht spinnen ja deren DNS-Server. Sie fragt mich, ob ich Kunde bei ihnen sei, fragt nach Kundennummer, Geburtsdatum und meinen Browser. “Epiphany” sagt ihr nichts, als sie mir empfiehlt, es mit dem Internet Explorer zu versuchen erkläre ich ihr, dass es nicht am Browser liegt, ich über ein Terminal Pings absende usw. Sie schickt mich in die Warteschleife und teilt mir nach zwei Minuten mit, dass mein Router die DNS-Server nicht erkenne, diese seien so eine Art Telefonbuch für Internetseiten. Ich frage mich, ob sie vergessen hat, dass ich ihr wenige Minuten vorher etwas dementsprechendes erzählt habe, nehme aber eine Liste der Congster-DNS-Server entgegen. Ich trage diese im Router ein – nichts. Also direkt über die resolv.con – ebenfalls nichts.
Also rufe ich noch einmal an, nach fünf Minuten Warteschleifengedudel ein Mann, etwas weniger freundlich als die Dame von vorher. Er fragt mich nach meinen Problemen, ich erzähle ihm das, was ich auch der Frau erzählt habe. Als er mich nach meinem Browser und Betriebssystem fragt, erkläre ich auch ihm, wie das mit den Pings zu IPs und Domains so ist. Er rät mir, doch mal den MTU-Wert zu ändern. Erst zu senken, dann auf’s Maximum stellen, dann doch wieder zurück. Um ihn nicht zu verärgern führe ich alle Schritte geduldig durch. Als auch das nichts hilft, fragt er nochmal nach, ob ich tatsächlich Linux einsetze. Ich bestätige und werde in die Warteschleife geschickt. Nach zwei Minuten kommt er wieder, rät mir, doch mal direkt in der “Netzwerkumgebung” die DNS-Server einzutragen. Ich erinnerte dran, dass ich ihm wenige Minuten vorher mitteilte, dass ich Linux benutze und mir in einem früheren Gespräch bereits neue DNS-Server mitgeteilt wurden. Das überforderte ihn wohl, wieder Warteschleife.
Ein paar Minuten später ist er wieder dran, er meint, dass das am Betriebssystem liegt und ich mich an den “Linux-Support” wenden solle. Ich erzähle ihm, dass es nicht am Betriebssystem liegt: da unser Router automatisch per NTP die aktuelle Zeit holt, was auch nicht funktioniert, liegt das Problem tiefer. Das hätte ich nicht tun sollen, erstens hat NTP nichts mit Domains zu tun, zweitens sagt ihm das nichts, drittens solle ich doch eine Mail an info@c….de schreiben (”Die Antworten Ihnen auch sofort!”) und außerdem ist eh alles der Router schuld.
Unser Router ist von der Telekom, also spiele ich mal das Telekom-Spiel und mache das, was man mir dort vor einiger Zeit geraten hat, als der Router nicht wie gewünscht funktionierte: neustarten, neustarten, neustarten… dann warten, bis es wieder funktioniert. Nach zwei Resets hat es dann funktioniert.
Stellt sich noch die Frage, welche Hotline nun kompetenter ist. Die von Congster, oder die der Telekom?