Archive for January, 2005

Fächerübergreifende Witze

Sunday, January 30th, 2005

Wenn Lehrer fächerübergreifende Witze machen, kommt oft etwas lustiges dabei heraus. So geschehen am letzten Donnerstag, als mein Deutschlehrer Herr Wickendick (der zusätzlich Philosophie unterrichtet) sein Fachwissen über die Physik in seinen Unterricht einbrachte: “Ein Text ohne Leser ist nichts, es ist sozusagen nur potentielle Energie.”

nBB meets easyLink

Wednesday, January 26th, 2005

Gestern Abend habe ich damit begonnen, meine Forensoftware nBB an easyLink anzupassen und bin damit soeben fertig geworden. Ich habe ja bereits gestern von meinem easyLink geschwärmt, und das nicht zu Unrecht: für die Integration waren lediglich 4 Zeilen Codeänderung an easyLink notwendig! Am nBB musste etwas mehr umgeschraubt werden, dies liegt allerdings daran, dass das nBB noch nicht auf dem aktuellsten Stand ist, was meine naggel*-Klassen angeht. Ich habe vor, nach dem Abi alle meine Klassen in ein gemeinsames, einheitliches Framework zu integrieren und anschließend das nBB und wohl auch easyLink daran anzupassen. Die Vorteile sollten klar sein, beide Scripte sind noch leichter anzupassen und das nBB ist auf einem moderneren Stand (das nBB benutzt u.A. noch eine ältere Sprache für die Mehrsprachigkeit, durch das Framework wird eine verbesserte Version auf Basis der in easyLink 1.3 verwendeten Klasse verfügbar). Das nBB erkennt von nun an automatisch, ob es zusammen mit einem aktuellen easyLink installiert wurde. Ist dies der Fall, so bettet es sich in die Seite ein und übernimmt dabei sogar automatisch das Aussehen von easyLink, selbst wenn dieses nachträglich geändert wird. Hier mal zwei Screenshots, links das nBB wie man es kennt, und rechts das nBB mit installiertem easyLink. Die Erkennung läuft automatisch; man beachte, dass bei beiden Screenshots die beide URL zu erkennen ist und der selbe Code ohne Änderungen zugrunde liegt.

nBB ohne easyLink

nBB mit easyLink

 
Nachtrag 03. April ’07: Aus aktuellem Anlass rate ich von der Verwendung der Software "easyLink" ab.

easyLink 1.3 im CVS

Tuesday, January 25th, 2005

Vor einigen Tagen habe ich übrigens easyLink 1.3 ins CVS von cvs.naggel.info eingecheckt, sodass Sascha und ich nun parallel daran arbeiten können und ich nicht ständig von mir gemachte Änderungen mit seinen kombinieren muss, um eine neue Version fertig zu stellen. Die bisherige Verteilung sieht so aus, dass ich die großen Brocken bearbeite, die ein Inkrementieren der zweiten Stelle der Versionsnummer rechtfertigen und Sascha sich um kleinere Ergänzungen wie Designanpassungen und sein Statistik-Modul kümmert. Bisher läuft der Umstieg ganz gut, das CVS füllt sich und auch die Web-Ansicht ist äußerst praktisch. In letzter Zeit hat sich gezeigt, dass sich meine komplette Neuentwicklung von easyLink 1.2 gelohnt hat, das ganze System ist nun weitaus flexibler und fast beliebig anpassbar, wie man an den vielen Modifikationen der Nutzer und Saschas easyStats sieht.

Nachtrag 03. April ’07: Aus aktuellem Anlass rate ich von der Verwendung dieser Software ab.

GNOME momentan 100% Deutsch

Tuesday, January 25th, 2005

hendrikr * epiphany/po/ (ChangeLog de.po): * de.po: Updated German translation.
hendrikr * gnome-icon-theme/po/ (ChangeLog de.po): * de.po: Updated German translation.
hendrikr * gnome-media/po/ (ChangeLog de.po): * de.po: Updated German translation.
hendrikr * gnome-utils/po/ (ChangeLog de.po): * de.po: Updated German translation.
hendrikr * procman/po/ (ChangeLog de.po): * de.po: Updated German translation.
farnold * gdesklets/po/ (ChangeLog de.po): * de.po: Updated German translation.
hendrikr * evolution/po/ (ChangeLog de.po): * de.po: Updated German translation.

Was das heißt? Das heißt GNOME 2.10 zu 100% in Deutsch! Ja, ich weiß, bis zum finalen “String Freeze” sind es noch knapp zwei Wochen, und auch dann können noch Änderungen vorgenommen werden. Trotzdem sind wir zur Zeit in der “String Chance Announce”-Phase, sodass bis zum Release nur noch wenige Änderungen zu erwarten sind, die wir garantiert auch bewältigen. Außerdem ist es schön, beim nächsten Update von l10n-status.gnome.org Deutsch mit 100% ganz oben auf der Liste zu sehen ;-) Frank Arnold, Hendrik Brandt und ich haben wirklich viel geschafft in der letzten Zeit, “kudos!” an die beiden!

Ich bin ein Kommunist!

Monday, January 10th, 2005

Jedenfalls nach Aussage von William Henry Gates.

Erinnert mich irgendwie an folgendes Bild, welches ich mal gefunden habe:

Opensource is Communism!

In gewissem Maße hat er ja schon Recht, ich bin für freies Wissen in jeder Form, seien es Forschungsergebnisse oder Computer-Quellcode, und gegen Software-Patente. Von DRM halte ich auch nicht viel und habe etwas dagegen, mich in meinen Rechten einschränken zu lassen. Ein paar linke Ansätze sind tatsächlich dabei, trotzdem fröhne ich nicht dem Kommunismus wie er damals im Osten praktiziert wurde.

Flutkatastrophe und Spendenufrufe

Monday, January 3rd, 2005

Bevor wir nach London geflogen sind, hörte ich von 20.000 Toten in Südasien. Eine wirklich erschreckend hohe Zahl. In Rösrath leben um die 20.000 Menschen… In London angekommen prangte auf einer Zeitung eine große “40.000”, mittlerweile sind es geschätzte 150.000! Überall wird zum Spenden aufgerufen, man solle statt Geld für Böller zu verplempern ileber spenden. Ich habe dieses Jahr so wie all die Jahre zuvor kein Geld für Böller oder ähnliches ausgegeben. Heute sind alle Feiertage um, die Banken haben wieder auf und man kann spenden.

Wieso sollte man gerade für die Opfer des Tsunamis spenden? Wie viele Menschen sterben täglich in Afrika und anderen “Dritte Welt-Ländern” an AIDS oder sonstigem? Sollte man nicht auch für die spenden? Oder gibt es für die eh keine Hoffnung, solange die Ursache der Probleme (mangelnde Bildung, Hygiene, Geld usw.) nicht bekämft wird? Oder sollte man lieber etwas an deutsche Krankenhäuser spenden, damit deren Patienten besser behandelt werden? Wer kann sich anmaßen zu entscheiden, wem bzw. wofür man etwas spenden sollte?

Oder besser: Wofür sollte man spenden, um das Richtige zu tun?

Aus aktuellem Anlass sollte man sicherlich für die Opfer der Flut spenden, sie brauchen das Geld jetzt und nicht später. Man sollte jedoch ernsthaft überlegen, ob man nicht nur bei solchen durch die Medien populär gewordenen Katastrophen spenden sollte, sondern auch dabei helfen kann, das Leid in anderen Teilen der Welt zu anderen Zeiten zu lindern. Sprich: heute für die Flut spenden, und dann? Übermorgen für die AIDS-kranken Kinder in Afrika, nächste Woche für Amnesty International und nächsten Monat für deutsche Krankenhäuser?

Ich war eben auf der Bank und habe etwas Geld eingezahlt, anschließend habe ich in einer Bäckerei ein paar Croissants und Brötchen gekauft. 2,25 € zum Fenster rausgeschmissen, die Scheiben Brot hier zu Hause hätten meinen Hunger genau so gestillt. Gerade höre ich Musik mit meiner 300 DM Stereoanlage und sitze an meinem 500 € 19″ Flachbildschirm. Hätten es 17″ nicht auch getan? Das wären 200 € mehr gewesen. Wenn man so denkt sieht man erst, wie gut es uns in Deutschland doch eigentlich geht. Fast niemand kann mir erzählen, dass er hier wirklich arm ist. Das Arbeitslosengeld wird gesenkt, gibt es also Samstags kein Steak mehr sondern nur noch Pizza. Verhungern oder sterben muss trotzdem niemand.

Wer für die Opfer der Flut spenden will findet beispielsweise beim ZDF eine Liste mit Hilfsorganisationen.

Ich habe soeben übrigens 300 Euro an Aktion Deutschland hilft (Johanniter, Malteser Hilfdienst, action medeor, Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeiterwohlfahrt, HELP, CARE, Paritätischer Wohlfahrtsverband, ADRA, World Vision; Bank für Sozialwirtschaft Köln; BLZ 370 205 00; Konto 10 20 30; Stichwort: Seebeben) gespendet.

Kurzurlaub in London

Saturday, January 1st, 2005

Tag 1: Mittwoch, 29.12.2004
Am 29.12.2004 sind wir morgens um 6:30 nach London geflogen. Die erste Überraschung gab es bereits auf dem Köln/Bonner Flughafen. Anstatt der üblichen paar Kontrollen wurden wir mehrere Male kontrolilert:

Check In #1: Kontrolle Flugticket, Handgepäck-Kontrolle, Kontrolle auf Waffen am Körper
Check in #2: Kontrolle auf EU-Pass, Handgepäck-Kontrolle, Kontrolle auf Waffen am Körper, Kontrolle auf Flugticket, Kontrolle auf Flugticket passend zum Pass
Im Flugzeug: Kontrolle auf Flugticket

Die Engländer scheinen das Thema Sicherheit wohl ziemlich ernst zu nehmen.

Nach einer guten Stunde Flugzeit sind wir in London Heathrow angekommen wo ich als der Englisch-Sprecher in der Familie das Vergnügen hatte, unsere Fahrkarten für Bus & U-Bahn abzuholen. Man sah sofort, dass die DHL-Werbung Recht hat: Engländer lieben es wirklich, in der Schlange zu stehen. Auf Rolltreppen stehen alle diszipliniert hintereinander auf der rechten Seite und auch sonst gibt es nirgendwo Gedränge. Das U-Bahn-Netz zeigt wirklich, wie eine solche Infrastruktur auszusehen hat; die Londoner sind damit Lichtjahre vom System der Deutschen Bahn entfernt. Schwarzfahren ist nicht möglich, man kann die U-Bahn nur mit gültigem Ticket betreten und verlassen. Die Bahnen fahren im 2 Minuten-Takt, verpasst man eine ist es nicht schlimm, auf die nächste zu warten. Mit der “Tube” kommt man an alle wichtigen Punkte Londons, sogar als Ortsunkundiger ist es dank der einfachen Pläne kein Problem, dich richtigen Bahnen zu finden. Wenn ich da an die Straßenbahnen in Köln denke, deren Fahrpläne eher wie eine riesige Tabelle über Firmeneinkünfte und -umsätze aussehen…

An unserem Zielpunkt Picadilli Circus angekommen bemerkten wir dann, dass unser Hotel direkt neben der U-Bahn war. Super, mussten wir die Koffer wenigstens nicht noch ewig lange rumschleppen. Einchecken im Hotel war allerdings erst ab 13 Uhr möglich, also hatten wir noch eine Menge Zeit. Wir verstauten die Koffer und suchten etwas zu essen. Direkt neben dem Hotel lag ein Imbiss, in dem wir Bagel und Baguettes für je 5 Pfund aßen – 7.50 für ein trockenes Pseudo-Brötchen in Donut-Form! London ist teuer. Danach dackelten wir etwas durch die Straßen, zum Palast, zum Westminster-Abbey und den ganzen Sehenswürdigkeiten, die man auf einem Ausflug nach London sehen sollte.

Dann war es endlich soweit, wir konnten einchecken. Wir stellten uns also brav hinten an der Schlange an und warteten mehr oder weniger geduldig, bis wir dran waren. Ich checkte uns ein und bekam die Schlüsselkarten zu unseren bestellten Doppelzimmern mit Bad. Wir brachten die Koffer nach oben in den sechsten Stock, schlossen die Zimmer auf und… kein Bad da! Es gab lediglich ein Gemeinschaftsbad für alle Hotelgäste dieser Etage. Nicht mit uns, sowas ist nun wirklich nicht nötig. Also zurück ins Erdgeschoss wo ich an der Rezeption unser Problem erkläre. Mein Vater versucht mich mit Vergewaltigungen der englischen Sprache zu unterstützen, was ihm aber nicht so ganz gelingt… “not so yet” – “nicht so jetzt”; “What’s your name?” – “Neckermann”; “I’ll ask around, please wait a minute.” – “You can phone with Germany”. Schließlich war es dann aber doch geschafft, wir bekamen die bestellten Zimmer, die nun endlich ein Bad haben. Dieses wurde jedoch vor einigen Jahren nachträglich eingebaut, sodass es äußerst eng war (geschätzte 2m²) und mir die Dusche nur bis zur Schulter ging… gebückt Duschen ist schon was feines. Im Zimmer unserer Eltern war das Telefon in zwei Teilen, also runter zur Rezeption: “Hello, our phone in room four one oh one is broken.” – “It is broken?” – “Yes, it is broken into two parts.” – ungläubig: “It is what?!” – “It is broken into two parts, the front and the back don’t stick together”.

Abends ging es dann ins Phantom der Oper, welches wir uns im Frühjahr 2003 bereits auf Deutsch anschauten. Auf Englisch war es jedoch noch besser als auf Deutsch, jedenfalls für mich, der fast alles verstand. Es war haargenau das selbe wie damals, von den Spinnweben an der Bühne bis hin zur Dekoration und der Kleidung der Darsteller. Naja, fast haargenau, einmal drehte sich der Darsteller von Raoul kurz um, hustete bzw. nießte, räusperte sich und begann wenig später zu singen. Bei der Anfangsovertüre (“The phantom of the opera is there…”) lief es mir kalt den Rücken runter, das war wirklich genial. Die epische Musik war klasse und hatte die richtige Lautstärke, sodass ich wirklich eine Gänsehaut bekam. Bei “Think if Me” hätte man anfangen können zu weinen, war auch klasse vorgetragen. In der Pause zwischen den beiden Akten lief ein Großteil des Publikums auf die Toilette, sodass man auch dort sehen konnte, wie man sich vor Toiletten, Pissoirs, Waschbecken und Händetrockner ordentlich in Reih’ und Glied stellt.

Tag 2: Donnerstag, 30.12.2004
Donnerstags marschierten wir wieder durch London und besichtigten unter anderem die Tower Bridge. Danach stand ein Besuch bei Madame Tussaud’s Wachsfigurenkabinett an. Ich hätte nicht gedacht, dass die Figuren so täuschen echt aussehen. Ich habe einigen mal lange in die Augen gestarrt, es war wirklich nicht leicht zu erkennen, ob es eine Figur oder ein echter Mensch war, der einen so anstarrte. Teilweise merkte ich sogar, dass eine mir unbekannte Person gar keine Wachsfigur war sondern nur ein Besucher, der für kurze Zeit unbewegt da stand. Wir machten einige Fotos von Jennifer Lopez über Nicolas Cage bis hin zu George Cloney, mit dem meine Mutter gemütlich zu Abend aß.

Anschließend ging es ins Harrods, ein riesiges Kaufhaus, das Abends wunderschön beleuchtet war. Es ist definitiv zu groß, um an einem halben Tag alles dort zu sehen. Dort fand man alles, besonders teure Designer-Sachen waren nicht schwer zu finden. Von Gürteln für 200 Pfund über Fernseher für 8000 Pfund gab es dort alles – ich leistete mir ein Lachsbrötchen für 2 Pfund.

Tag 3: Freitag, 31.12.2004
Am letzten Tag gingen wir Vormittags noch etwas durch London, wo ich mir ein paar CDs und leckeren grünen Tee leistete. Man konnte sich in dem Tee-Geschäft sogar seine eigene Sorte aus verschiedenen Tees und Aromen mischen, was ich jedoch sein ließ – wäre bestimmt nichts gutes bei raus gekommen. Danach ging es auch leider schon wieder zurück in Richtung Flughafen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass London eine schöne Stadt ist in der man in drei Tagen auf keinen Fall alles sehen kann, leider stand uns nicht mehr Zeit zur Verfügung. Die Engländer waren wirklich sehr nett, egal, ob ich jemanden aus Versehen anrempelte oder im Weg stand, immer hörte ich ein freundliches “Excuse me.”. Sogar die Schilder sind freundlicher als bei uns, im Harrods heißt es “Geehrte Gäste, wir bitten Sie freundlichst, vor dem Verlassen ihre Waren zu bezahlen” und auch sonst eher “Mind your head” anstatt “Achtung Stufe!”. Es wird viel Wert auf Ordnung gelegt, woran sich sogar viele halten. Auf Rolltreppen steht man rechts, gebettelt wird in der U-Bahn nur an bestimmten Plätzen und auch nur mit Niveau (sprich: Musik mit Klampf machen, nicht einfach einen Hut hinlegen), das Trinken in der Öffentlichkeit kann in der U-Bahn mit bis zu 500 Pfund und nahe dem Palast sogar mit 2500 Pfund bestraft werden.

Für alle diejenigen, die es interessiert gibt es auch noch alle Fotos zu sehen.